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Jede Schwangerschaft ein Zahn?

8. Januar 2014

Eine Schwangerschaft bedeutet für den Körper eine Ausnahmesituation. Der Hormonhaushalt verändert sich, der Körper selbst stellt sich auf eine Platzzunahme ein und das Ungeborene entzieht der Mutter über die Nabelschnur Nährstoffe. Durch diese Veränderungen in der Schwangerschaft kommen auch auf die Zähne andere Zeiten zu. Der Zahnschmelz wird durch die Magensäure beim Erbrechen aufgrund der morgendlichen Übelkeit angegriffen. Die Festigkeit des Zahnfleisches nimmt durch die Veränderung im Hormonhaushalt ab und weist dadurch neben der ‘Lockerung’ der Zähne auch ein erhöhtes Risiko für Entzündungen auf.

Schwangerschaft und Zahnfleischentzündung

Das Risiko, an einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu erkranken, ist in der Schwangerschaft deutlich erhöht: Nahezu alle schwangeren Frauen entwickeln eine Form der Schwangerschafts-Gingivitis. Wie so oft ist auch hier Plaque die Hauptursache für die Reizungen und Entzündungen des Zahnfleisches. Neben Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen, produzieren die Bakterien auch giftige Stoffwechselprodukte, die in den Zahnfleischsaum eindringen. Das Bindegewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch wird zerstört. Wird der bakterielle Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt, so kann sich der Entzündungsprozess auf den Zahnhalteapparat ausdehnen. Eine Parodontitis entsteht. Es kommt zum Rückgang von Zahnfleisch und zum Verlust von Stützgewebe und Knochensubstanz. Die Folgen sind bekannt: Die Zähne verlieren ihren Halt, werden locker und fallen aus oder sie müssen gezogen werden.

Die Alarmsignale einer Schwangerschaftsgingivitis

Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonspiegel im Körper. Durch die erhöhte Progesteronkonzentration werden auch die Gefäße des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut erweitert und damit durchlässiger für die von den Plaque- Bakterien produzierten Giftstoffe. Diese erhöhte Durchlässigkeit des Zahnfleisches während der Schwangerschaft ist verantwortlich dafür, dass bereits geringe Mengen von bakterieller Plaque im Bereich des Zahnfleischsaumes zu Entzündungen führen können. Um die Zahnfleischentzündung und ein Fortschreiten des Prozesses zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Alarmsignale zu achten:
• Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
• Zahnfleischbluten
• Mundgeruch

Auf die richtige Mundhygiene kommt es an

Gerade während der Schwangerschaft ist die gute Mundhygiene zur Vermeidung von Zahn- und Zahnfleischproblemen unerlässlich.

Schwangere Patientinnen sollten hier besonders auf folgendes achten:
• Regelmäßige und gründliche Entfernung der Plaque, besonders am Zahnfleischsaum.
• Verwendung einer Zahnbürste mit mikrofeinen Borstenenden, um das gereizte Zahnfleisch zu schonen.
• Verwendung einer Zahnpasta und Mundspülung mit speziellen plaque- und entzündungshemmenden Eigenschaften.
• Nach dem Erbrechen nicht sofort die Zähne putzen, sondern mit Wasser oder einer fluoridhaltigen Spüllösung spülen
• auf Kalzium-reiche Ernährung achten

Frühzeitig entgegenwirken

Gute und konsequente Mundhygiene ein Leben lang erhält die Zahngesundheit bis ins hohe Alter und beugt Karies und Entzündungen in der Mundhöhle vor. Die Gesundheit der Zähne wird von den Eltern an die Kinder vererbt. Aber nicht im herkömmlichen Sinn: Studien belegen, dass bei Eltern mit gesunden Zähnen auch das Kariesrisiko für ihre Kinder geringer ist. Da Karies eine Infektionskrankheit ist, können sich Kinder von ihren Eltern mit Karies anstecken. Die Übertragung geschieht immer im direkten Kontakt. Daher ist es wichtig vor allem in den ersten 30 Lebensmonaten eine direkte Übertragung des Speichels (z.B. Verwenden des gleichen Bestecks, Abschlecken des Schnullers) zu vermeiden. Hier gilt: je öfter ein Kontakt umso höher die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Ab dem 30. Monat ist die Mundflora des Kindes soweit gefestigt, dass es die ‘Attacken’ der Karies besser abwehren kann.
Autorin
Dr. Birgit Fuchs
Produktmanagerin Zahngesundheit
Gebro Pharma GmbH

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