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„Genau schauen, Risiko, Ernährung und Blutzucker-Einstellung ansprechen!“

22. April 2016

Die Dentalhygienikerin Petra Natter behandelt in ihrer Praxis für Paroprophylaxe zahlreiche Diabetes-Patienten. Im Gespräch mit prophy informiert sie darüber, was bei dieser Patientengruppe speziell berücksichtigt werden soll.

Frau Natter, werden Diabetes-Patienten zu ihnen überwiesen?

Selten. Ich würde mir ein Paro-Screening für Menschen mit Diabetes wünschen. Oft funktioniert es aber umgekehrt: Die Parodontitis-Behandlung ist nicht so erfolgreich, wie sie es sein sollte. Wenn dazu der Lebensstil, das Körpergewicht etc. darauf hinweisen, dass ein Typ-2-Diabetes vorliegen könnte, rate ich den Patienten zu einer Abklärung beim Hausarzt. Schon mehrmals ist so eine Diabetes-Erkrankung bei meinen Patienten erst entdeckt worden.

Was müssen Diabetes-Patienten in punkto Mundhygiene wissen?

Sie produzieren mehr Plaque und müssen deshalb auf eine besonders genaue Mundhygiene achten. Ich empfehle, die Interdentalräume einmal täglich gut reinigen, die Interdentalbürste vor dem Reinigen in eine Zahnspülung zu tauchen, die die Plaque-Bakterien natürlich bekämpft, sowie eine triclosanhältige Zahnpasta zu verwenden. Patienten mit schlechter Mundhygiene sollten alle zwei Monate zum Recall kommen, bei guter Mundhygiene reichen längere Intervalle.

Gibt es Unterschiede zwischen Typ-1 und Typ-2 Patienten?

Grundsätzlich stelle ich fest, dass Patienten mit Typ-1-Diabetes ihren Blutzucker meist sehr gut im Griff haben und gut über die richtige Ernährung bescheid wissen. Typ-2-Diabetes hängt stark mit dem Lebensstil zusammen … insbesondere mit der Ernährung. Ich spreche gegenüber Diabetes-Patienten ihr hohes Risiko für Parodontitis gezielt an, und ich weise darauf hin, dass ihre Blutzucker-Einstellung und eine zuckerarme Ernährung auch für ihre Zahngesundheit enorm sind. Selbstverständlich gebe ich auch entsprechende Ernährungsempfehlungen.

Und worauf achten Sie bei der Untersuchung?

Ich schaue noch genauer als sonst, achte auf Plaque und eine erhöhte Taschentiefe. Ich versuche, die Krankheit im Keim zu ersticken.

Stichwort Hypoglykämie – welche Vorkehrungen treffen Sie?

Ich weise meine Diabetes-Patienten darauf hin, dass sie während der Sitzung sofort reagieren sollen, wenn sie Anzeichen einer Unterzuckerung spüren. Und selbstverständlich habe ich Traubenzucker in der Praxis.

 

Die Dentalhygienikerin Petra Natter, BA, ist seit 17 Jahren in verschiedenen Zahnarztpraxen tätig. Sie bildet auch Prophylaxe-Assistentinnen aus und bietet Supervisionen zum Thema Prophylaxe in Zahnarztpraxen an. www.paroprophylaxe.at

 

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