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COVID-19 – ZahnärztInnen erzählen aus der Praxis: Dr. Rudolf Artner

27. April 2020

„Ab Anfang Mai sollte es möglich sein, allmählich zum Routinebetrieb zurückzukehren…“

Herr Dr. Artner, die Covidkrise ist über uns hereingebrochen wie ein Tsunami. Seit vielen Wochen leben wir alle in einem Ausnahmezustand. Wie war es anfänglich für Sie in der Zahnarztpraxis?

Ab Montag, den 16. März, als die Regierung rigorose Maßnahmen beschloss, musste die Ordination auf Notbetrieb heruntergefahren werden, d.h. wir haben täglich ca drei Stunden lang Akut- und Schmerzbehandlungen durchgeführt, aber keine Prophylaxe.

Wie sind Sie als Unternehmer mit der Situation umgegangen? Welche Schritte haben Sie in Bezug auf Ihre Beschäftigten unternommen?

Aufgrund der Reduktion der Arbeitszeit mussten wir Kurzarbeit anmelden.

In Bezug auf Hygienemaßnahmen wurden im Fachhandel zusätzlich zu Mundschutz, Brille und Handschuhe Schutzmäntel und FFP2 Masken besorgt. Diese speziellen Masken mit hohem Virenschutz sowie Schutzmäntel waren nur schwer zu bekommen und wenn, dann in zu geringer Anzahl. Selbst die Zahnärztekammer tat sich schwer, diese notwendigen Utensilien aufzutreiben

Konnten Sie die Versorgung Ihrer PatientInnen aufrecht erhalten?

Im Notbetrieb konnten wir alle Akutfälle behandeln.

Wie haben Ihre PatientInnen auf die Coronakrise reagiert? Wie haben sie sich verhalten?

Durch die intensive Aufklärungsarbeit in den Medien hat sich die überwiegende Anzahl der Patienten verständnisvoll gezeigt.

Welche Maßnahmen konnten Sie treffen, um den gesteigerten Hygienestandards nachzukommen? Konnten Sie ausreichend Schutzmasken bekommen, woher …?

Nach telefonischer Terminvergabe achteten wir darauf, dass nie mehr als zwei PatientInnen im Wartezimmer waren. Nach der Aufforderung zum Händewaschen und zur Händedesinfektion wurden sie in die Ordinationen gesetzt und nach 1-minütiger Mundspülung behandelt.

Stehen Sie in einem Austausch mit anderen zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen?

Ja, mit Kollegen im Bezirk Linz-Land, Wien, in Linz mit der Zahnärztekammer für OÖ

Die Prophylaxesitzungen (PZR) sind bis auf weiteres ausgesetzt. Wie gehen Sie damit um bzw. welche Pläne haben Sie hierzu?

Routinemäßige PZR wurden verschoben, akute Parodontitisprobleme mit Handinstrumenten, Taschenspülung und Salben behandelt.

Was war rückblickend die schwierigste Aufgabe, die es in Ihrer Praxis zu lösen gab? Gab oder gibt es eine Unterstützung, die Ihnen dabei geholfen hat?

Schwierig war es für das Team, die vielen telefonischen Terminbestellungen, teilweise auf unbestimmte Zeit, zu koordinieren. Geholfen hat uns, dass wir schon bisher exakte Oberflächen-, Geräte- und Instrumentendesinfektion, sowie Sterilisation und Handstückaufbereitung betreiben. Meine Assistentinnen sind im täglichen Arbeitsablauf in diesem Risikoberuf sehr routiniert.

Wie ist Ihre Einschätzung für die kommenden Wochen in der Zahnarztpraxis?

Ab Anfang Mai sollte es allmählich möglich sein, unter Einhaltung aller Auflagen zum Routinebetrieb zurückzukehren, ein erhöhtes COVID-19-Risiko wird sicher noch für Monate bestehen.

 

Dr. Rudolf Artner betreibt eine Zahnarztpraxis in Traun.

Foto: (c) privat

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