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Air Flow® Technik: Worauf es ankommt

3. Juli 2018

Die Air Flow® Technik hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Das Wissen darüber hinkt oft noch hintennach. Die Vorarlberger Dentalhygienikerin Petra Natter, BA ist als Expertin regelmäßig Vortragende in Fortbildungsveranstaltungen zum Biofilmmanagement mit Pulver-Wasserstrahl-Geräten (PWS). Im Gespräch mit Prophy erklärt sie, worauf es bei der Behandlung ankommt.

Frau Natter, welche Vorteile hat die Behandlung mit  PWS gegenüber anderen Methoden zur subgingivalen Behandlung?

PWS sind nachgewiesenermaßen wesentlich schonender für die Zahnhartsubstanz als Küretten, Scaler und auch Ultraschallanwendungen. Insbesondere das Air Polishing mit Glycin- oder Erythritol-Pulver! Für die Patienten ist die Behandlung schmerzarm und komfortabel – nicht zuletzt auch deshalb, weil die sie wesentlich rascher ist, als mit Handinstrumenten. Das ist wiederum auch ein großer Vorteil für die Effizienz in der Praxis.

Was muss ich in der professionellen Zahnprohylaxe bei der Anwendung der Airflow®Technologie beachten?  

Das fängt an bei der Indikation: Die Airflow® Technik kann sowohl im supra- als auch im subgingivalen Bereich sehr schonend eingesetzt werden. Allerdings nur, wenn man sie richtig anwendet, die richtigen Pulver verwendet und auch eventuelle Kontraindikationen sorgfältig erhebt.

Bleiben wir bei der Anwendung: Worauf ist zu achten?

Das beginnt bei der Diagnose: Die Hauptindikation für eine Pulverstrahlbehandlung ist das Biofilmmanagement – allerdings nur, wenn die Taschen wenig bis gar nicht entzündet sind. Ist das der Fall, ist vorher eine systematische Parodontal-Therapie notwendig, um das Risiko einer Bakteriämie zu minimieren. Auch wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen oder der Patient bestimmte Medikamente einnehmen muss, kann eine Pulverstrahlbehandlung kontraindiziert sein.

Wenn nichts gegen eine PWS-Behandlung spricht – wie gehen Sie vor?

Vor der Behandlung empfehle ich, die Beläge anzufärben – so stellen wir sicher, dass wir gezielt strahlen und glatte Stellen nicht unnötig bearbeiten. Die Auswahl des richtigen Pulvers und des richtigen Geräts ist natürlich eine Grundvoraussetzung – subgingival kommen nur minimalabrasive Pulver in Frage. Und selbstverständlich ist vor der Behandlung auch für ausreichenden Schutz der Patienten und der Behandler zu sorgen …

… was ist hier zu beachten?

Behandler und Patienten sollten keine Kontaktlinsen tragen, die Patienten sollten vorher mindestens eine Minute mit einer Chlorhexidin-Spülung den Mund desinfizieren. Die Lippen werden mit Vaseline oder einer Lippenpflege geschützt, der Patient wird mit einem Tuch abgedeckt. Ich selbst trage während der Behandlung ein Schutzschild.

Was gibt es noch zu beachten? 

Bei der Behandlung selbst legen wir den Air Flow in einem Winkel von 30 – 60 Grad in einem Abstand von 3 – 5 Millimeter auf den zu reinigenden Stellen an und reinigen die angefärbten Stellen systematisch. Nach der Behandlung ist die Oberfläche glatt und sauber– ein Polieren ist nicht mehr notwendig!

Wir schließen die Behandlung mit einer Fluoridierung ab. Nicht vergessen, die Patienten darauf aufmerksam zu machen, auf verfärbende  (klingt besser als färbende) Lebensmittel wie Kaffee oder Tee zu verzichten. Bei der minimalinvasiven Behandlung mindestens eine Stunde lang, nach Behandlungen mit Natriumbikarbonat idealerweise drei Stunden lang.

Petra Natter (Foto:© http://www.santina.at/)

Petra Natter, BA, ist Dentalhygienikerin in Feldkirch und Dornbirn, Vorarlberg

Foto (c)Santina, Bregenz

Fortbildung: Biofilmmanagement mit Airflow in der Paroprophylaxe

Der Stellenwert des Biofilmmanagements in der modernen Zahnprophylaxe steigt. Die Krankheitsursachen liegen meist im Ungleichgewicht der Bakterien in der Mundhöhle. Die regelmäßige Prophylaxe mit Biofilmmanagement kann dazu beitragen das Gleichgewicht zu erhalten und somit zur Gesunderhaltung beizutragen. Ein wichtiges Kriterium ist die richtige Auswahl der Geräte und des Pulvers und deren Anwendung sollte indiziert sein. Dieses Seminar bietet einen Einblick in die „Unterstützenden Parodontaltherapie“ UPT und deren Ablauf und beinhaltet auch praktische Übungen. Ebenfalls werden PatientInnenaufklärung und Nachsorge besprochen.

Seminarinhalte:

  • Ablauf einer „Unterstützenden Parodontalbehandlung“ UPT
  • Wann ist der Einsatz von Pulverstrahltechnik sinnvoll?
  • Hilfestellung bei der Pulverauswahl
  • Richtige Handhabung der Geräte und Gerätepflege
  • Aufklärung über mögliche Gefahren und Verletzungen
  • Geeignete Absaugtechnik
  • PatientInnen- und Eigenschutz

Referentin: Dentalhygienikerin Petra Natter, BA

Diese Veranstaltung wurde von der Österreichischen Zahnärztekammer mit 5 PAss-Punkten anerkannt.

Wann: Samstag, 22.09.2018 von 09:00 – 13:00 Uhr
Wo: Seminarraum der Firma Profimed in Linz, Prinz-Eugen-Strasse 19

Mehr Info und Anmeldung: www.paroprophylaxe.at

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