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Wie gesund sind unsere Zähne wirklich?

13. Dezember 2016

Werden wir immer zahnloser, je älter wir werden? Wie entwickeln sich die zahnmedizinischen Haupterkrankungen Karies und Parodontitis? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V)[i]. Die umfangreiche Untersuchung wurde im August in Berlin durch das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) vorgestellt. Methodisch anspruchsvoll beschreibt die DMS V repräsentativ die Mundgesundheit der gesamten Bevölkerung in Deutschland, erstmals auch die der sehr alten Menschen. Die Analyse liefert eine Fülle von Daten zu fast allen zahnmedizinischen Aspekten. Für Österreich ist zu diesen Fragen keine aktuelle umfassende Studie verfügbar, einzelne Untersuchungen[ii] deuten jedoch darauf hin, dass die Trends mit jenen in Deutschland vergleichbar sind. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnissie der DMS V:

Karies

  • Acht­ von zehn ­der ­12-jährigen ­Kinder­ (81 Prozent) sind heute kariesfrei. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich in den Jahren von 1997 bis 2014 verdoppelt.
  • Bei­ den ­jüngeren­ Erwachsenen ­(35-­bis­ 44-Jährige) ist die Anzahl der Zähne mit Karieserfahrung seit 1997 um 30 Prozent zurückgegangen (4,9 Zähne).
  • Nur ­noch­ halb­ so ­viele ­jüngere ­Erwachsene (35- bis 44-Jährige) weisen im Vergleich zum Jahr 1997 noch eine Karieserkrankung der Zahnwurzel auf.

Parodontalerkrankungen

  • Die­ schweren­ Parodontalerkrankungen­ haben sich bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) halbiert.
  • Bei­den ­jüngeren ­Senioren­ (65-­bis­ 74-Jährige)­ gibt­ es ­einen ­rückläufigen­ Trend bei der Parodontitis trotz mehr erhaltener Zähne.
  • Insgesamt ­steigt der­ Behandlungsbedarf­ bei der Parodontitis aufgrund der demografischen­Entwicklung­ prognostisch ­an.

Zahnverluste und prothetische Versorgung

  • Heute­ ist ­nur ­noch ­jeder ­achte ­jüngere­ Senior (65- bis 74-Jährige) zahnlos, im Jahr 1997 war es noch jeder vierte.
  • Jüngere ­Senioren­ (65- ­bis ­74-Jährige)­ besitzen im Durchschnitt fünf eigene Zähne mehr als noch im Jahr 1997.
  • Weil ­immer ­mehr­ jüngere­ Senioren­ (65- bis 74-Jährige) ihre eigenen Zähne länger behalten, besteht für Zahnärzti­nnen­ und ­Zahnärzte ­häufiger­ die Möglichkeit, festsitzenden Zahnersatz zu verankern.

Menschen mit Pflegebedarf

  • Ältere­ Menschen ­mit ­Pflegebedarf­ haben eine höhere Karieserfahrung, weniger ­eigene ­Zähne­ und ­häufiger­ herausnehmbaren Zahnersatz als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren (75- bis 100-Jährige). Knapp­ 30­ Prozent ­der ­Menschen ­mit­ Pflegebedarf­ sind ­nicht ­mehr ­selbst­ in­ der Lage, ihre Zähne und Zahnprothesen eigenständig­ zu ­reinigen ­und­ zu­ pflegen.­ Sie benötigen Unterstützung bei der täglichen Mundhygiene. Mit zunehmendem ­Pflegebedarf­ steigt­ dieser ­Anteil­ deutlich an.
  • 60 ­Prozent­ der­ Menschen ­mit ­Pflegebedarf­ sind nicht mehr in der Lage, einen Zahnarzttermin zu organisieren und dann die Praxis auch aufzusuchen.

 Mundgesundheitsverhalten

  • Jedes ­zweite ­Kind ­(45­ Prozent)­ und ­jeder­ dritte Erwachsene (31 Prozent) kennen die ­Empfehlungen­ zur Zahnpflege ­und­ geben ein gutes Zahnputzverhalten an.
  • Im­ Vergleich ­zum­ Jahr­ 1997­ geben­ dreimal mehr jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) an, eine gute Mundhygiene zu haben.

Morbiditätskompression

  • Krankheitslasten­ verschieben ­sich ­in­ das höhere Lebensalter: Ältere Senioren (75- bis 100-Jährige) haben im Jahr 2014 einen Mundgesundheitszustand wie die jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) im Jahr 2005.
  • Das ­bedeutet ­gleichzeitig­ mehr­ mundgesunde Lebensjahre: Jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) haben im Jahr 2014 eine bessere Mundgesundheit als ihre Altersgruppe im Jahr 2005.

 

[i] Quelle: DMS V. Download Kurzfassung: https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/dms/Zusammenfassung_DMS_V.pdf

[ii] Länder-Zahnstatuserhebung 2012 Zwölfjährige in Österreich. Im Auftrag des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger. Download:  http://www.hauptverband.at/cdscontent/load?contentid=10008.597921&version=1396854978 am 26. 9. 2016

Mundgesundheit und Lebensqualität in Österreich 2010. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. GÖG. Download: http://www.goeg.at/cxdata/media/download/berichte/mundgesundheit_2010.pdf am 26. 09. 2016

 

Grafiken: © BZÄK, KZBV

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