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Kindermund pumperl g’sund

10. April 2010

prophy-Tipps für Eltern zur Erhaltung eines kariesfreien Milchzahngebisses.

Eine wichtige Vorraussetzung für die Gesundheit der Milchzähne, wie auch der  nachfolgenden Zähne, ist die optimale Pflege wie auch die richtige Ernährung.


Dann ist die Chance groß, dass Zähne und Zahnfleisch von Anfang an gesund sind und es auch lange bleiben. Jedes Kind sollte, wenn möglich, in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten gestillt werden. Mit der Muttermilch erhalten Kinder alles notwendige für das Wachstum und zur Abwehr von Erkrankungen. Das ist auch für die Entwicklung eines „gesunden“ Zahnhalteapparates bzw. des Milchzahngebisses positiv. Der Flüssigkeitsbedarf des Säuglings ist mit den Milchmahlzeiten komplett abgedeckt. Jedoch in den Sommermonaten, wenn die sogenannten „Hundstage“ ins Land ziehen, ist Wasser der beste Durstlöscher. Zucker weitgehend vermeiden Sirup, Eistee und diverse zuckerhaltige Getränke sind schädlich, wenn sie vom Säugling bzw. Kleinkind über lange Zeit oder unmittelbar vor dem Einschlafen getrunken werden, da die Speichelproduktion im Schlaf um das 10-fache geringer ist als im Wachzustand. Das bedeutet, dass der Zucker in solchen Getränken länger im Mund verweilt, wodurch wiederum ein massiv erhöhtes Kariesrisiko herrscht.

Süßigkeiten sind verlockend

Wenn die kleinen, heranwachsenden Menschen dann später die große Leidenschaft der Süßigkeiten entdecken, zieht eine schwierige Zeit für Eltern ins Land. Denn es ist besonders schwierig, diese richtig zu dosieren und in maßvolle Bahnen zu lenken. Gezuckerte Speisen sollten, wenn überhaupt nur zu den Hauptmahlzeiten gegessen werden. Über den Tag verteilt aufgenommen, fördern sie die Demineralisation des Zahnschmelzes und somit ist ein erhöhtes Kariesrisiko gegeben. Das gilt auch für die Milchzähne. Auch die Zwischenmahlzeiten sollten gut gewählt werden, denn nicht alles was gesund für den Organismus ist, ist auch gesund für unsere Zähne.

Achtung!

Auch „zuckerfrei ist nicht immer gleich zahnfreundlich“. Denn der Begriff „ohne Zucker“ oder „zuckerfrei“ bedeutet oft nur, dass keine Saccharose enthalten ist. Lebensmittel können jedoch Fructose und Glucose enthalten und wirken somit bei häufigem Genuss ebenso kariogen. Weiters sei erwähnt, dass aspartamhaltige (Zuckeraustauschstoff) Lebensmittel und Getränke leider keine Alternative sind, da sie auf Dauer zwar den Zahn nicht schädigen, diese jedoch unter Verdacht stehen, dass sie über Jahre konsumiert, karzinogen wirken können.

Stevia, die süße Alternative

Eine optimale Alternative, Speisen zu süßen sind Stevia-Produkte. Stevia ist eine Pflanze, deren Inhaltsstoffe einen vielfach höheren Süßigkeitsgehalt hat als Zucker, die aber weder kariogen noch kalorienhältig (beugt auch dem Übergewicht von Kindern vor!) ist. Geschmackstechnisch ist Stevia anfangs jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit ist der Konsum völlig problemlos.

Richtige Pflegetechnik ist wichtig

Schon der erste Milchzahn will auch richtig gepflegt werden: mit Zahnbürste und Zahnpaste. Das Zähneputzen sollte beginnen, sobald der erste Milchzahn zu sehen ist. Eltern sollten die dafür vorgesehene Babyzahnbürste benutzen, mit der sie morgens und abends die Zähnchen bürsten. Abends „einen Hauch“ fluoridhaltiger Kinder-Zahnpaste (z.B. elmex®  Kinderzahnpaste bis zum 6. Lebensjahr) auf die Bürste geben. Ab dem zweiten Geburtstag sollten sie 2 x täglich morgens und abends eine erbsengroße Menge Kinder-Zahnpaste verwenden. Es ist die Aufgabe der Eltern, das Zähneputzen bis zum 11. Lebensjahr gemeinsam mit den Kindern durchzuführen, da die Feinmotorik des Kindes erst dann ausreichend ausgereift ist, sodass die Zahnreinigung komplett und optimal selbstständig durchgeführt werden kann. Sobald alle Milchzähne durchgebrochen sind, sollte auch bereits mit der Reinigung mittels Zahnseide begonnen werden. Die Eltern müssen dafür allerdings von der Prophylaxe-Assistentin genaue Instruktionen erhalten. Darauf sollte in einem Beratungs- bzw. Aufklärungsgespräch mit den Eltern nie vergessen werden.

Auf Fluorid in der Nahrung achten

Eltern sollen zum Kochen und Salzen Speisesalz mit der Aufschrift „Jod und Fluorid“ verwenden. Das ist wichtig für das Kind, sobald es an der Familienkost teilnimmt. Das im Salz enthaltene Fluorid härtet die Zähne und macht die Zähnchen widerstandsfähiger. Es sollte allerdings vorab abgeklärt werden, wie hoch der Fluoridgehalt im Trinkwasser des Wohngebietes ist, um den Fluoridgehalt in der Nahrung besser dosieren bzw. steuern zu können.

Rechtzeitig zur professionellen Prophylaxe

Mit etwa zweieinhalb Jahren hat das Kind meist alle Milchzähne. Spätestens dann sollte das Kind auch regelmäßig von einem Zahnarzt/Zahnärztin betreut werden. Und natürlich auch von einer Prophylaxe-Assistentin, die bereits in diesem Alter Putzdefizite rechtzeitig korrigieren kann und gemeinsam mit den Eltern ein entsprechendes Putztraining absolvieren kann. Eltern und Kind können sich dann über den Erfolg freuen! Und ein Tipp zu guter Letzt: Die kleinen Patienten von heute sind unsere erwachsenen Patienten von morgen. Geben wir ihnen doch das Gefühl, dass sie gut bei uns aufgehoben sind. Von der ersten Stunde an!

Als gesunde Zwischenmahlzeit gelten

  • Äpfel, Karotten, allgemein Frischfrüchte und Frischgemüse
  • dunkles Brot, Reiswaffeln, Vollkornzwieback
  • Käse, Naturtopfen oder Joghurt mit frischen Früchten und Nüssen
  • und wie schon erwähnt zu Trinken eignet sich am besten Wasser

Nicht so geeignete Zwischenmahlzeiten sind

  • Bananen + Dörrobst, Marmeladen- und Honigbrote
  • Schokolade, zuckerhaltige Backwaren, Schleckereien
  • Obstkuchen enthalten Mehl und Zucker zugleich und sind dadurch sehr klebrig
  • süße und zuckerhaltige Getränke

 

Autorin:
Barbara Bergmann
Prophylaxe-Assistentin in Wien

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